Glaube

Vom Weg abgekommen?

Es gibt sie: Menschen, die Gott gefunden haben und dann ihn mieden. Ich habe mich oft gefragt: Warum? Und: Bin ich ihm überhaupt immer mutig & treu bis zum Schluss gefolgt?

Je näher wir Gott kommen, desto mehr werden wir mit unseren Charakterfehlern konfrontiert. Sind wir uns dieser bewusst? Sind wir bemüht diese in Tugenden zu wandeln? Verstehen wir nicht nur die zu entwickelnde Tugend, sondern sind wir auch in der Lage diese zu leben?

Es ist gar nicht so eine leichte Sache. Einige Konditionierungen hängen so tief in uns fest, dass es uns oft schwer fällt, uns da „raus zu katapultieren“. Und die nächste Hürde ist, falls wir es geschafft haben: Halten wir an der Tugend fest, dass wir nicht wieder rückfällig werden? Einige Dinge sehen wir vielleicht auch gar nicht klar und wissen in manch Situation nicht, ob man nun „richtig“ gehandelt hat. Das Gewissen ist verwirrt, der eine sagt das, der andere dies. Da bleibt einen oft nur übrig unseren Schutzengel zu fragen, was er dazu meint. Und unter schwierigen Neptun-Transiten hat man dann vermutlich dennoch vereinzelt „Nebel“ im Kopf und versteht nicht, was da eigentlich grad vor sich geht.

Im Vertrauen weitergehen und täglich um Schutz und Führung bitten. Immer mal wieder ehrlich mit sich ins Gericht gehen und über seine Stärken und Schwächen reflektieren. Sich in Geduld üben, dass zur richtigen Zeit schon das Richtige geschieht. Bis die eigene Seele „reif“ dafür ist.

Gelangen wir zur Wahrheit, dann kann uns diese erschüttern. Sie kann unsere bisherige Wahrnehmung komplett über Bord schmeißen und wir müssen lernen die Dinge so zu sehen, wie Gott sie sieht. Gar nicht so einfach. Der Mensch, der zu stolz ist, um Gott zu lieben, der scheitert. Der Mensch, der zu egoistisch ist, als dass er sich immer wieder bemüht selbstlos zu dienen, der bleibt auf dem Weg stecken. Ich weiß aus Erfahrung, dass es möglich ist, den Stolz und den Egoismus über Bord zu werfen, wenn man nur will. Dazu braucht es Liebe, Demut, sowie Zeit und Raum für deren Entwicklung. (Ich bin weiterhin dabei).

Wer vor Gott kniet, kann vor anderen Menschen stehen.

Frank Felber

Da ich die Wiederverkörperungslehre mit einbeziehe, taucht folgende Tatsache auf: Vielleicht hat man ein Leben für Gott gegeben, doch das heißt noch lange nicht, dass man in jedem Leben in seinen Augen vorbildhaft handelte.

Unser Radix ist das Resultat all unserer Verkörperungen und es ist so, wie es in die aktuelle Zeit passt. Zu jeder Zeit ist etwas anderes für die Menschen wichtig. Sind z.B. zur Zeit der Aufklärung die Meisten vom Glauben abgefallen, da sie zu „Verstandesmenschen“ erzogen wurden, so war in der Epoche der Romantik es wieder wichtig zur Liebe zu finden, damit sie auch Gott wieder lieben lernen und das Schöne im Leben sehen.

Doch zu jeder Zeit bleibt es wichtig, wie wir zu Gott stehen.

Ehren wir ihn? Lieben wir ihn? Dienen wir ihm?
Haben wir noch Zweifel in uns oder werden wir schon vom Glauben getragen?
Bleiben wir trotz Höhenflüge ehrlich und demütig?

Je weiter wir kommen, desto mehr werden wir geprüft.

Der Teufel kann sich tarnen und verwandeln. Er kann sich als Gott aufspielen oder als ein Mensch, der uns am Herzen liegt und wir müssen das Lügenspiel enttarnen. Denn meistens will er Ärger und Zwist bringen und eins will er vor allem: Am besten alle Beteiligten vom Weg abbringen. Er kennt unsere Schwächen.

Wir können sein teuflisches Spiel nur enttarnen, wenn wir Gott und die beteiligten Personen wirklich lieben. Auch angenommen, es geht nicht um Freunde sondern um Feinde, müssen wir in der Ruhe bleiben, wollen wir sie verstehen. Und in die Ruhe finden wir nur, wenn wir selbstlos lieben.

Gott und seine Engel drängen sich nicht auf. Der Teufel und seine Dämonen schon. Wird dein Herz finster, kalt und eng, dann ist es vermutlich ein Dämon. Wird dein Herz Licht, warm und weit, ist es ein Engel.

Wenn ein Dämon so nah an uns rankommt, dann haben wir durch irgendeine Untugend ihm sehr wahrscheinlich eine Tür geöffnet. Diese Tür können wir erst wieder schließen, wenn wir beständig daran arbeiten, über uns Herr zu werden und die Untugend in eine Tugend verwandeln. Diese Wandlung geschieht über den Weg der Hingabe und Liebe. Wo Liebe ist, verwandeln wir uns freiwillig zum Guten. Das macht uns frei.
Der Untugend setzen wir Grenzen.

Ich wünsche euch, dass ihr alle Prüfungen meistert und hoffe still, ich meister sie auch.

Alles Liebe,
eure Andrea

Beitragsbild: Susanne Jutzeler, suju-fotoPixabay

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